In der Workshopwoche des Wintersemesters 09/10 inszenierten 10 Studenten des 5. Und 6. Semesters unter der Leitung von Malte Matin – selbstständiger Gestalter aus Paris – und Prof. Judith Grieshaber – Professorin des Studienganges Kommunikationsdesign – Sprache im Raum. Grundlage der Arbeiten waren abstrakte Gedichte von Ernst Herbeck, die die Studenten alleine oder in Zweiergruppen in einem von ihnen ausgewählten und zum Gedicht passenden Raum typografisch interpretierten. Raum steht hier stellvertretend für einen Ort, also nicht nur Innen- sondern auch Außenraum. Der Kern des Workshops galt dem Versuch, einen sinnvollen und verständlichen Zusammenhang zwischen Raum, Gedicht und grafischer Inszenierung zu schaffen, die dazu verwendeten Materialien waren den Studenten freigestellt.
Schwarz
Schwarz ist der Tag.
Täglich sehe ich Schwarz.
Schwarz ist der Tod.
Schwarz ist auch dunkel der Tag.
Schwarz ist auch dumm.
Schwarz ist der Farbe hell es Gold
Schwarz ist auch dunkel.
Schwarz ist alles und nichts. Es hat Bedeutung, wertet aber nicht. Als Farbe des Schreibens transportiert es Botschaften aber interpretiert sie nicht. Schwarz findet sich in allem wieder. Nahezu jede natürliche Farbe hat einen Schwarzanteil.
Um unsere Interpretation von »Schwarz« zu inszenieren suchten wir uns einen Ort, an dem nahezu alle Elemente aufeinander trafen. Ein Ort, der die Vielschichtigkeit von Schwarz wiederspiegelte. Um die unterschiedlichen Ebenen von Schwarz darzustellen, installierten wir das Wort Schwarz spiegelverkehrt an einem, über das Flussbecken ragenden Baum, so dass das lesbare Spiegelbild auf der Wasseroberfläche, den Blick in die Tiefe zog. Die gespannten Schnüre vernetzten einzelne Elemente die sich am Flussbett befanden, um zu verdeutlichen, dass Schwarz in allem zu finden ist. Sie spiegelten sich ebenfalls im Wasser und erzeugten, durch ihre Zielführung in die Ferne und ihr Spiegelbild, eine mehrdimensionale Tiefe. (Inszenierung von Sarah Krebietke und Stefanie Katz)